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Tourenplanung & Tourenoptimierung

Je mehr Aufträge, Fahrzeuge und Vorgaben zusammenkommen, desto anspruchsvoller wird die Tourenplanung.rfahren Sie, was gute Tourenplanung auszeichnet, welche Herausforderungen bestehen, wann sich Optimierung lohnt und welche Lösungen dabei unterstützen.

Grafische Darstellung einer optimierten Tourenplanung

Was ist Tourenplanung?

Tourenplanung koordiniert Aufträge, Fahrzeuge und zeitliche Vorgaben zu einem wirtschaftlichen und umsetzbaren Gesamtplan. Dabei werden Aufträge zu Touren zusammengefasst, Fahrzeugen zugeordnet und in eine sinnvolle Reihenfolge gebracht. Ziel ist es, vorhandene Ressourcen effizient einzusetzen, unnötige Fahrten zu vermeiden und stabile Abläufe für den täglichen Betrieb zu schaffen.

Tourenoptimierung ist ein Bestandteil der Tourenplanung. Dabei werden verschiedene Varianten automatisch verglichen, um eine möglichst gute Lösung zu ermitteln. Berücksichtigt werden unter anderem Fahrzeit, Strecke, Kosten, Auslastung und Termintreue.

Routenplanung vs. Tourenplanung

Routenplanung berechnet den geeigneten Weg zwischen einzelnen Stopps. Tourenplanung betrachtet dagegen den gesamten Transportablauf und legt fest, wie Aufträge sinnvoll auf Fahrzeuge und Touren verteilt werden.

Was gute Tourenplanung leisten sollte

Gute Tourenplanung verbindet Wirtschaftlichkeit, Verlässlichkeit und praktische Umsetzbarkeit. Entscheidend ist nicht die theoretisch kürzeste Route, sondern eine Lösung, die unter realen Bedingungen zuverlässig funktioniert.

Wirtschaftlichkeit verbessern

Eine durchdachte Planung vermeidet unnötige Fahrten, reduziert Standzeiten und Mautkosten und verbessert die Fahrzeugauslastung. So lassen sich Transportkosten transparenter erfassen und gezielter steuern.

Planungsaufwand reduzieren

Systemgestützte Tourenplanung berücksichtigt Regeln und Einschränkungen, vergleicht Varianten und macht Auswirkungen nachvollziehbar. Das entlastet die Disposition besonders bei vielen Aufträgen, Fahrzeugen und Zeitfenstern.

Reaktionsfähigkeit erhöhen

Zusatzaufträge, Fahrzeugausfälle oder geänderte Zeitfenster können bestehende Touren kurzfristig beeinflussen. Eine transparente Planung macht die Auswirkungen frühzeitig sichtbar und erleichtert sinnvolle Anpassungen.

Herausforderungen bei der Planung

Eine verlässliche Tourenplanung muss zahlreiche Anforderungen gleichzeitig berücksichtigen. Kundenzeitfenster, Fahrzeugkapazitäten, Servicezeiten, verfügbare Ressourcen, Fahrzeiten und Kosten greifen dabei unmittelbar ineinander. Änderungen an einer Stelle können Auswirkungen auf mehrere Touren haben.

Ebenso wichtig sind realistische Fahrzeiten und Strecken. Besonders im Lkw-Verkehr müssen unter anderem Fahrzeughöhe und -gewicht, Zufahrtsbeschränkungen, Straßentypen, Maut und regionale Besonderheiten berücksichtigt werden.

Viele Liefergebiete und Touren sind zudem über Jahre gewachsen und basieren auf praktischer Erfahrung. Diese Strukturen funktionieren oft gut, sind aber nicht immer optimal. Eine gute Tourenplanung zeigt Verbesserungsmöglichkeiten auf und berücksichtigt zugleich das Wissen der Disposition.

Grafik zu den wichtigsten Einflussfaktoren der Tourenplanung

Wann lohnt sich Tourenoptimierung?

Tourenoptimierung lohnt sich besonders, wenn die Zahl der Aufträge, Fahrzeuge und Vorgaben so groß wird, dass Planungsvarianten manuell nur noch schwer vergleichbar sind.

Typische Situationen mit Optimierungspotenzial

  • Touren werden überwiegend manuell oder mit Excel geplant.
  • Die Planung hängt stark vom Erfahrungswissen einzelner Personen ab.
  • Zeitfenster, Kapazitäten oder Fahrzeuganforderungen müssen gleichzeitig berücksichtigt werden.
  • Zusatzaufträge oder Fahrzeugausfälle führen regelmäßig zu umfangreichen Umplanungen.
  • Bestehende Tourenstrukturen wurden über längere Zeit nicht überprüft.
  • Kilometer, Auslastung und Kosten lassen sich nicht zuverlässig je Tour vergleichen.
  • Mehrere Standorte, Depots oder Fahrzeugtypen müssen koordiniert werden.
  • Bestehende Systeme benötigen zusätzliche Routing-, ETA- oder Optimierungsfunktionen.

Tourenplanung mit PASS einfacher gestalten

Mit PASS planen und optimieren Sie Aufträge, Fahrzeuge, Zeitfenster und Restriktionen in einem gemeinsamen Tourenmodell.

Lösungen kennenlernen

Operative Planung und strategische Optimierung verbinden

Im Tagesgeschäft zählen verlässliche Abläufe und schnelle Entscheidungen. Gleichzeitig sollten die zugrunde liegenden Strukturen regelmäßig geprüft und weiterentwickelt werden. Den größten Nutzen bringt die Verbindung beider Perspektiven.

Operative Tourenplanung

In der operativen Tourenplanung werden konkrete Aufträge verfügbaren Fahrzeugen zugeordnet und aktuelle Zeitfenster, Kapazitäten sowie kurzfristige Änderungen berücksichtigt. So kann die Disposition beispielsweise Zusatzaufträge einplanen, Fahrzeugausfälle auffangen oder verspätete Abfahrten neu bewerten.

Strategische Tourenoptimierung

Auf strategischer Ebene werden wiederkehrende Muster und strukturelle Schwachstellen betrachtet. Häufige Umwege, geringe Auslastung, regelmäßige Überstunden oder viele manuelle Änderungen können darauf hinweisen, dass Liefergebiete, Depotzuordnungen, Tourmuster oder Zeitfensterregeln angepasst werden sollten.

In fünf Schritten zu einer besseren Planung

Eine erfolgreiche Optimierung basiert nicht allein auf einem Algorithmus. Entscheidend ist das Zusammenspiel aus klaren Zielen, verlässlichen Daten, passenden Regeln und der praktischen Erfahrung der Disposition.

  1. Ziele priorisieren

    Nicht jede Tour kann gleichzeitig die kürzeste, günstigste, schnellste und stabilste sein. Deshalb muss klar definiert sein, welche Ziele im jeweiligen Anwendungsfall Vorrang haben.

  2. Daten und Vorgaben prüfen

    Adressen, Zeitfenster, Servicezeiten und Fahrzeugprofile bestimmen maßgeblich die Qualität der Planung. Unvollständige oder unrealistische Daten führen selbst bei guter Optimierung zu unbrauchbaren Ergebnissen.

  3. Erfahrung und Regeln einbinden

    Die Erfahrung der Disposition hilft dabei, betriebliche Besonderheiten, Kundenanforderungen und praktische Einschränkungen realistisch abzubilden. Optimierungsverfahren können diese Vorgaben berücksichtigen und innerhalb des definierten Rahmens eine möglichst gute Lösung ermitteln.

  4. Szenarien vergleichen

    Alternative Liefergebiete, Fahrzeuge, Depots oder Zeitfenster machen sichtbar, welche Veränderungen den größten wirtschaftlichen oder operativen Nutzen bringen.

  5. Aus der Durchführung lernen

    Reale Fahrzeiten, Wartezeiten und Abweichungen zeigen, wo Plan und tatsächlicher Ablauf voneinander abweichen. Diese Erkenntnisse lassen sich nutzen, um zukünftige Touren zu verbessern.

Expertenblick: Warum Tourenoptimierung algorithmisch anspruchsvoll ist

Tourenoptimierung geht weit über die reine Berechnung einer Strecke hinaus. Sie legt fest, welche Aufträge gemeinsam geplant, welchen Fahrzeugen sie zugeordnet und in welcher Reihenfolge die Stopps angefahren werden.

Diese Planungsaufgabe wird als Vehicle Routing Problem (VRP) bezeichnet. Aus einer Vielzahl möglicher Zuordnungen und Reihenfolgen müssen ausführbare Touren entstehen, die betriebliche Vorgaben einhalten und Ziele wie Kosten, Stabilität oder Auslastung möglichst gut erfüllen.

Da Tourenoptimierung zu den NP-schweren Optimierungsproblemen zählt, nimmt die Zahl möglicher Lösungen mit steigender Anzahl an Aufträgen, Fahrzeugen und Vorgaben sehr schnell zu. NP-schwer bedeutet in diesem Zusammenhang, dass kein Verfahren bekannt ist, das solche Probleme unabhängig von ihrer Größe schnell und zugleich exakt lösen kann. Professionelle Systeme nutzen deshalb Heuristiken, Metaheuristiken oder evolutionäre Verfahren, um den Lösungsraum gezielt zu durchsuchen und in kurzer Zeit sehr gute, umsetzbare Lösungen zu finden.

Entscheidend ist nicht die mathematisch perfekte Lösung, sondern ein Tourenplan, der wirtschaftlich ist, rechtzeitig vorliegt und im operativen Alltag funktioniert.

Grafik vom Routing über Fahrzeit und Restriktionen bis zum optimierten Tourenplan

Beispiel aus der Praxis

Werden 50 Stopps auf vier Fahrzeuge verteilt und innerhalb der Touren angeordnet, entstehen bereits in einem vereinfachten Modell rund 7,1 × 1068 mögliche Varianten:

50! × (53 über 3) ≈ 7,1 × 1068

Dabei steht 50! für die möglichen Reihenfolgen der Stopps. Der zweite Faktor berücksichtigt, wie diese Reihenfolge auf die vier Fahrzeuge verteilt werden kann. Zeitfenster, Fahrzeugkapazitäten und weitere betriebliche Vorgaben sind dabei noch nicht enthalten.

Selbst wenn ein Rechner eine Milliarde Varianten pro Sekunde prüfen könnte, würde ein vollständiger Durchlauf rund 2,3 × 1052 Jahre dauern. Ein vollständiges Durchprobieren ist daher nicht praktikabel. Professionelle Optimierungsverfahren konzentrieren sich stattdessen auf besonders vielversprechende Lösungen und ermitteln in kurzer Zeit einen sehr guten, ausführbaren Tourenplan.

Mehrwert für unterschiedliche Unternehmensbereiche

Tourenplanung unterstützt nicht nur die tägliche Disposition. Sie schafft auch für Logistikleitung, Geschäftsführung, Controlling und IT eine verlässliche Grundlage, um Abläufe, Kosten und Kapazitäten gezielter zu bewerten.

Bereich
Konkreter Nutzen
Logistikleitung
Liefergebiete, Fahrzeuge und Standorte lassen sich fundierter bewerten und an den tatsächlichen Bedarf anpassen.
Disposition
Zusatzaufträge, Ausfälle und Zeitfensteränderungen können schneller in bestehende Touren eingeplant werden.
Geschäftsführung und Controlling
Kosten je Tour, Auftrag oder Stopp werden besser vergleichbar und Kapazitätsentscheidungen nachvollziehbarer.
IT und Digitalisierung
Planungs-, Routing- und ETA-Funktionen lassen sich strukturiert in bestehende Systeme und Datenflüsse einbinden.

Touren selbst planen und optimieren

Erstellen und optimieren Sie eigene Touren, visualisieren Sie Routen auf der Karte und prüfen Sie direkt, wie sich Änderungen auf Ihre Planung auswirken.

So unterstützt PASS Ihre Tourenplanung

PASS bietet verschiedene Lösungen für Tourenplanung, Optimierung, Routing und ETA. Welche davon passt, hängt von den Anforderungen, dem gewünschten Zugang und der Einbindung in bestehende Prozesse ab.

PLANTOUR Tourenplanung

PLANTOUR

Für umfangreiche Auftragsstrukturen, zahlreiche Restriktionen und anspruchsvolle operative Planungsprozesse.

PASS MAPS für kleinere Fuhrparks

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Für operative Transparenz, schnelle Ad-hoc-Planungen und einen einfachen Zugang zu Karten- und Routingfunktionen.

MAPSERVICES Integration

MAPSERVICES

Für die Integration logistischer Funktionen in ERP-, TMS-, Dispositions- oder Kundenanwendungen.

Das sagen unsere Kunden

FAQ: Häufige Fragen zur Tourenplanung

Was ist Tourenoptimierung?

Tourenoptimierung bewertet unterschiedliche Möglichkeiten der Tourenplanung und ermittelt auf Basis definierter Ziele eine möglichst wirtschaftliche und praktikable Lösung. Dabei können unter anderem Fahrzeiten, Strecken, Kosten, Fahrzeugauslastung, Kapazitäten und Kundenzeitfenster berücksichtigt werden.

Ersetzt Tourenoptimierung den Disponenten?

Nein. Gute Tourenoptimierung ersetzt nicht die Erfahrung der Disposition. Sie unterstützt mit Vorschlägen, Varianten und Bewertungen. Die operative Entscheidung bleibt steuerbar und nachvollziehbar.

Welche Daten werden für Tourenoptimierung benötigt?

Wichtige Daten sind Aufträge, Kundenadressen, Mengen, Zeitfenster, Servicezeiten, Fahrzeugprofile, Kapazitäten, Depotdaten und relevante Restriktionen. Je besser diese Daten gepflegt sind, desto belastbarer wird die Planung.

Ist Tourenoptimierung auch für kleinere Flotten sinnvoll?

Ja, wenn regelmäßig mehrere Aufträge, Fahrzeuge, Zeitfenster oder kurzfristige Änderungen koordiniert werden müssen. Der passende Einstieg hängt von Komplexität, Prozessreife und gewünschter Nutzungsform ab.

Warum sind Routing und ETA für Tourenplanung wichtig?

Tourenoptimierung basiert auf Annahmen über Fahrzeiten, Strecken und Ankunftszeiten. Wenn diese nicht realistisch sind, kann auch die beste Optimierung zu schlechten Ergebnissen führen.